Einzel Bericht

14.11.2014 von: Heinrich Rehberg

Theater in Wildenwart

Brautschau im Irrenhaus


„Es könnt so schön sein, wenn er einmal arbeiten würde der Bub“, sinnieren der Huberbauer (Lambert Huber) und seine Frau (Rita Stoib). Aber der Bub (Martin Zettl) fühlt sich auch so sauwohl im Hotel Mama und denkt nicht einmal daran einen Finger krumm zu machen – es geht ja auch so. Vielleicht könnte eine Frau den ungeratenen Sprössling wieder gerade richten, aber mit Frauen hat der Bub halt auch nichts im Sinn, ihm genügen das gute Bier und die Gesellschaft seines besten Freundes Josef (Martin Stoib), das muss reichen. Da greift der Vater zum letzten Mittel: er jagt den Buben zum Ausmisten in den Stall und setzt zusammen mit dem Knecht Hans (Georg Aicher) eine Heiratsannonce in die Zeitung – und jetzt überstürzen sich die Ereignisse auf dem Hof. Bauer und Knecht beschließen die Heiratskandidatinnen zu begutachten und das Ergebnis der Wahl – mithin die Bestgeeignete - soll den jungen Bauern auf den rechten Weg bringen.

Die Wildenwarter Theaterspieler spielen in diesem Jahr das Stück von der „Brautschau im Irrenhaus“, einen Bauernschwank in drei Akten von Manfred Bogner – gewisse Fernsehsendungen vom Liebesleben auf dem Land sind eine matte Sache gegen dieses voll aus dem Leben gegriffene Stück.

Kaum ist das Inserat erschienen, kommen auch schon die ersten Interessentinnen. Die resche Elvira (Judith Metzner, die fesche Lene (Karin Ramsauer und die patscherte Christl (Monika Irob), jede meint, sie wäre die richtige Bäuerin auf dem Hof. Schließlich kommt auch noch eine Josefa oder Martina daher, die gar keiner auf der Liste hat, wie hat die bloß von den Heiratsplänen erfahren? Um aus dem Angebot die richtige herauszufinden, haben sich der Bauer und sein Knecht einen umfassenden Test ausgedacht, den alle Heiratskandidatinnen durchlaufen müssen – zum Gaudium des Publikums. Die echte Bäuerin (Rita Stoib) weiß überhaupt nicht was ihr geschieht, zusammen mit der Dorfratschn Betty (Christine Gau) schaut sie fassungslos zu, wie ihr Mann anscheinend immer wirrer wird und die Weibsleut auf dem Hof immer mehr werden. Um ihren Mann vor dem drohenden Irrenhaus zu retten, beschließt die Bäuerin auf den guten Rat der Freundin hin, ein bisschen etwas ins Essen zu tun und ihn damit vor der Einweisung in die Anstalt zu bewahren. So etwas ruft natürlich sofort die beiden Dorfgendarmen die schneidige Hildegard (Martina Krug) und den versoffenen Bertl (Andreas Riepertinger) auf den Plan, schließlich geht es wie im Fernsehen um Mordverdacht – oder etwa nicht? Das Durcheinander wird immer größer, erst war keine Frau auf dem Hof, jetzt kommen sie gleich scharenweise – oder sind das alles Ärztinnen – wie soll das nur enden?

Gut dass Spielleiterin Sylvia Riepertinger die Fäden stets in der Hand hatte und ihre Spielerinnen und Spieler sicher durch dieses Irrenhaus auf der Bühne führte. Reicher Applaus für alle Mitwirkenden zeigte vor allem der Spielleiterin, dass sie mit der Auswahl des Stückes wieder einmal eine gute Wahl getroffen hatte. Souffleuse Sabine Till verlebte in ihrem Kasten einen ruhigen Abend, sie gab allen Spielern die notwendige Sicherheit alleine durch ihre Anwesenheit und die Pointen flogen nur so an ihrem nagelneuen Souffleurkasten vorbei.

Zweimal kommen die Heiratskandidatinnen noch zur Brautschau ins Irrenhaus in die Wildenwarter Schlosswirtschaft: am Freitag, 14. November und am Samstag, 15. November jeweils um 20 Uhr.