Einzel Bericht

10.11.2015 von: Heinrich Rehberg

Auf dem Doaglhof nahe Wildenwart geht alles abwärts

Theater in der Wildenwarter Schlosswirtschaft Freitag, 13. November und am Samstag, 14. November, jeweils um 20 Uhr.


Auf dem Doaglhof nahe Wildenwart geht alles abwärts, der Bauer Bonifaz Deiglmoser (Richard Zettl) kann dem rapiden Verfall seines Anwesens nur noch voller Entsetzen zuschauen: der Zuchtstier Bonifaz frisst nichts, der Knecht Schorschi (Ludwig Freund) arbeitet nichts, die Tochter Maral (Karin Ramsauer) hat nicht mit den Männern im Sinn, die Hausdirn Amalia (Martina Huber) kann nicht kochen und dazu kommt noch der ständige Verdruss mit der Nachbarin Urschl (Rita Stoib), die ihn unbedingt heiraten will. Was bleibt ihm da noch als der Gang ins Wirtshaus, um wieder einmal satt zu werden und den häuslichen Ärger hinter sich zu lassen.

Die Wildenwarter Theaterspieler spielen in diesem Jahr unter der Regie von Sylvia Riepertinger das Stück „Da Bonifaz vom Doaglhof“, einen Bayerischen Schwank in drei Akten von Manfred Mayer. Gewisse Fernsehsendungen vom Liebesleben auf dem Land sind eine matte Sache gegen dieses voll aus dem Leben gegriffene Stück, vor allem wie es von den Mitwirkenden auf der Bühne der Wildenwarter Schlosswirtschaft vorgelebt wird.

Als der Scherenschleifer Martin (Martin Stoib) auf dem Doaglhof erscheint, schaut es so aus als könnten sich ein paar Probleme lösen, plötzlich wird das Maral ein wenig handsamer und auch gearbeitet wird wieder etwas auf dem Hof. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse: der Viehhändler und Schmuser Girgl (Stephan Baumgartner) bringt einen Heiratskandidaten (Martin Zettl) mit, der verschaut sich aber gleich in die falsche Braut und auch der Viehhändler selber findet Gefallen an einer neuen Partie. Dann ist plötzlich der Zuchtstier nicht mehr im Stall, der Knecht Schorschi muss sein geliebtes Kanapee für einen gefahrvollen Feuerwehreinsatz verlassen und die Nachbarsleute Xari (Andreas Freund) und Traudl (Christine Gau) geraten sich in die Haare, die Pfarrersköchin (Judith Metzner) hat ihre frommen Hände auch noch im bösen Spiel und schließlich muss sogar noch der Gendarm (Lambert Huber) und seine kriminalistischen Fähigkeiten bemüht werden.

Gut dass Spielleiterin Sylvia Riepertinger die Fäden stets in der Hand hatte und ihre Spielerinnen und Spieler sicher durch die Irrungen und Wirrungen auf der Bühne führte. Reicher Applaus für alle Mitwirkenden zeigte vor allem der Spielleiterin, dass sie mit der Auswahl des Stückes wieder einmal eine gute Wahl getroffen hatte. Souffleuse Sabine Till gab allen Spielern die notwendige Sicherheit alleine durch ihre Anwesenheit.

Zweimal spielen die Wildenwarter noch in der Schlosswirtschaft: am Freitag, 13. November und am Samstag, 14. November jeweils um 20 Uhr.